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Vom Teamchef zum Sportwart

Vom Teamchef zum Sportwart

Motorsport-Enthusiast Guido Kramer wandelt zwischen den Welten: vom Teamchef zum Sportwart.

 

  

Als Teamchef der WikiSpeed-Truppe, die mit ihrem BMW Z4 M Coupé in der VLN startet, findet man ihn während eines Rennens normalerweise in der Box oder im Fahrerlager. Doch Motorsport ist für Kramer nicht nur bloßer Spaß, sondern birgt auch Verantwortung. Und so tauscht er ab und an seine Teamjacke gegen eine orange Weste und begibt sich als Sportwart auch mal auf die andere Seite der Leitplanke. 

Guido Kramer sog die Motorsportbegeisterung gewissermaßen schon als Kind auf, schließlich griff selbst die Mutter damals aktiv ins Lenkrad. 1990 machte der gebürtige Münsteraner dann erste eigene Rennsporterfahrungen bei Slalomrennen – eine Disziplin, der er bis heute treu geblieben ist. Doch sein VW Polo I genießt derzeit eine Ruhepause, denn der Renneinsatz in der VLN nimmt Kramer als Teamchef voll in Anspruch. 

Sie bezeichnen sich selbst als das kleinste Team der VLN, denn mit rund 20 Mitgliedern von Fahrern über Mechanikern bis zu den Helfern ist die Mannschaft von WikiSpeed sicherlich nicht das größte Aufgebot im Fahrerlager. „Wir sind eher eine kleine Familie – die Zeit im Team möchten wir harmonisch und locker gestalten. Das ist wichtig, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt“, weiß Kramer aus langjähriger Motorsporterfahrung zu berichten.

Die bisherige VLN-Saison verlief für das Z4 M Coupé mit der Starnummer 194 eher durchwachsen – „aber wir sind ins Ziel gekommen, genau wie die ganze letzte Saison hindurch“, erzählt der Teamchef nicht ohne Stolz. Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring, bei dem die Truppe aus Monheim 2011 einen Klassensieg erringen konnte, ließ man dieses Jahr allerdings aus. Guido Kramer erklärt: „Das ist bei uns wie bei vielen anderen VLN-Teams auch. Uns ist wichtiger, dass wir solide aufgestellt sind und die VLN-Saison komplett durchfahren können, anstatt mit aller Gewalt das 24h-Rennen zu bestreiten und uns am Ende zu verspekulieren.“


Dass sie nicht selbst starteten war aber noch lange kein Grund, an besagtem Wochenende die Füße hochzulegen, denn beim Rennsport geht es Kramer nicht nur um Pokale und das eigene Vergnügen. Gemeinsam mit seiner Partnerin Melanie Teige und Mechaniker Daniel Hessler machte er sich auch für diese Veranstaltung in die ‚Grüne Hölle‘ auf und übernahm an Posten 100 im Adenauer Forst den Part der Streckensicherung.

„Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Deshalb wollen wir als Team die Arbeit der Sportwarte verstehen und andersherum genauso“, erläutert Guido Kramer seine Motivation. Manche Unfälle ließen sich seiner Ansicht nach sogar komplett verhindern, wenn mehr Leute seinem Vorbild folgen und selbst einmal die gelbe Flagge in die Hand nehmen würden. „Wenn der eine oder andere Fahrer das Geschehen an der Leitplanke mal mit eigenen Augen gesehen hätte, würde er vielleicht auch auf der Strecke in manchen Situationen anders agieren“, ist sich der Kopf des WikiSpeed-Teams sicher. „Natürlich birgt Motorsport generell ein Risiko, aber man muss immer noch daran denken, dass das unser aller Hobby ist.“ Im vergangenen Jahr hatten er und Melanie Teige zunächst aus grundsätzlichem Interesse an der Thematik am Sportwartelehrgang teilgenommen. Als während eines Besuchs beim 24h-Rennen dann plötzlich Not am Mann war, kamen sie unverhofft zu ihrem ersten Einsatz und mussten lernen, wie schwierig und verantwortungsvoll die Arbeit an der Leitplanke ist. „Die Nacht kam noch erschwerend dazu“, so Kramer „es war sehr spannend und auch der Druck war enorm. Als Neulinge waren wir aber nie allein und konnten uns immer auf die Hilfe und Unterstützung der erfahrenen Sportwarte verlassen.“ Nach diesem Erlebnis war klar, dass sie auch in diesem Jahr wieder dabei sein wollten. Mit Daniel Hessler konnte Kramer sogar noch ein weiteres Teammitglied für diese Aufgabe begeistern.

Der Perspektivenwechsel ist für das WikiSpeed-Team aber keine Einbahnstraße: Sie möchten den Dialog fördern und ermöglichen daher auch Streckenposten, für einen Tag hinter die Kulissen des Teams zu blicken. Im vergangenen Jahr hatte zum Beispiel Sportwartin Nadine Meißner die Chance, die Arbeit in der Box hautnah kennenzulernen. „Unglaublich, was ein so kleines Team auf die Beine stellen muss, um überhaupt fahren zu können. Das sieht man auf der Strecke nicht. Entweder das Auto fährt oder es fährt nicht, die Hintergründe erfahren wir an den Posten meistens nicht“, erzählte sie hinterher von ihrem Erlebnis. Auch für die kommenden Läufe hat das Team bereits mehrere Anfragen von Spotwarten – „und mittlerweile ist eigentlich bei jedem Rennen ein Marshal mit dabei und guckt uns über die Schulter“, führt Kramer aus.

Aus der Zusammenarbeit zwischen Team und Streckensicherung ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden – ein Umstand, auf den Guido Kramer sehr stolz ist: „Es ist eben ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten. Wir wollen mit dieser Arbeit weitermachen und hoffen auf viele Nachahmer und neue Ideen von anderen Teams und Sportwarten. Wir haben immer ein offenes Ohr, denn wir wollen unseren Sport auf dem Nürburgring auch in Zukunft weiter ausführen.“

 

Quelle: www.vln.de / Patrick Koziolek, Andreas Manns